2026 – Pirna und Dresden

PAULUS von Mendelssohn Bartholdy

Im April d.J. führten wir in Pirna und Dresden PAULUS von Felix Mendelssohn Bartholdy mit dem Deutschen Ärzteorchester auf

„Meine Damen und Herren, schwingen Sie wie in einer Bob-Bahn“

… so wurden wir – die Sängerinnen und Sänger des Ärztechor-Projektes „ Paulus“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy – animiert zu Leichtigkeit und Präzision, zu Klangschönheit und Ausdrucksstärke. 

Der Zauberer, der aus 80 auserwählten Sangeswilligen, die aus der ganzen Bundesrepublik zusammenkommen, einen aufführungsreifen Chor formen musste, heißt Fabian Kühn-Brunnenkant. Ihm zur Seite stand die versierte Korrepetitorin Doris Findorff-Rasche , die während der Chorproben (vormittags, nachmittags, abends !) den Orchesterpart brillant auf dem Klavier spielte.

In dieser kurzen Probenphase des Chores gilt es, das umfangreiche Werk für den Zusammenklang mit dem Orchester so vorzubereiten, das die ebenfalls sehr kurze Probenphase mit dem Orchester und den Solisten möglichst reibungslos und fehlerfrei erfolgen kann. D.h., jeder Chorist muss das Werk zu Hause erarbeiten und zur Projektwoche KÖNNEN. Das ist eine Herausforderung, die dann im Zusammenwirken außerordentlich beglückend ist. 

Es wird in der freien Zeit zwischen den Proben trotz höherem Altersdurchschnitt und medizinischer Ausbildung aller Beteiligten NICHT über Krankheiten oder medizinischem Alltag gesprochen und das ist schon bemerkenswert. 

Untergebracht waren wir im Komenský Gäste-und Tagungshaus in Herrnhut (Oberlausitz), bekannt durch die Brüdergemeinde Herrnhut und die wunderschönen Herrnhuter Sterne, von denen etliche mit den Teilnehmern der Chorwoche in die jeweilige Heimat zurückgereist sind….
Ein optimaler Probenraum mit Klavier und guter Beleuchtung und eine exorbitant köstliche Verpflegung erfüllten uns mit Dankbarkeit und Sorge vor der Waage daheim .

Fabian und Doris – ein eingespieltes optimales Profi-Duo vermittelten uns die Schönheit des Zusammenklanges und des korrekten Rhythmus´ und hatten wunderbare anschauliche Metaphern parat, um aus den gelernten Noten doch tatsächliche wunderschöne Musik zu machen : 
Z.B. die fast geflüsterte Stelle der höhnenden Priester „ Ist das nicht, der zu Jerusalem verstörte „ — ist das nicht der , der im Büro die Milch verschüttet hatte ????- alle wissen Bescheid !!!

Oder 

„Wie lieblich sind die Boten, die den Frieden verkündigen …“- „so wie Ihr gesungen habt, war das schön, wenn Ihr noch 5 % drauflegt, dann ist das göttlich“ – nun, welch ein Ansporn !!!

Nach dieser anregenden, aber wegen der hohen Konzentration über Stunden auch anstrengenden Arbeitsphase probten wir ab Mittwoch, den 22.4. dann mit dem Deutschen Ärzteorchester (DÄO) im Kloster Marienthal in der Nähe von Ostritz. Hier war der Probenraum mit Kreuzgewölbe zwar malerisch, aber doch auch problematisch durch niedriges Gewölbe, Pfeiler, eingeschränkte Sicht und drangvolle Enge. Aber in den Pausen beglückte uns der Frühling an der Neiße mit Sonnenschein und Blütenpracht der Kirschbäume in der herrlichen barocken Klosteranlage. 

Auch in den 2 Probentagen mit Orchester und Solisten waren höchste Aufmerksamkeit und volles Engagement von allen Beteiligten erforderlich, um dem Anspruch eines gelungenen Konzertes zu genügen. 

Seit 2007 gibt es den Deutschen Ärztechor (DÄC). Aus allen Teilen der Bundesrepublik strömen Menschen zusammen, die neben dem medizinischen Beruf auch Freude am Chorgesang haben. Sie treffen sich 2 bis 3x im Jahr zu ausgeschriebenen Projekten, die die großen Chorwerke mit verschiedenen Orchestern zur Aufführung bringen. Nach einer Bewerbung für das jeweilige Projekt treffen sich dann die Sängerinnen und Sänger in ganz unterschiedlichen Regionen der Bundesrepublik von Amrum bis zum Bodensee – von Herrnhut / Marienthal ganz im Osten an der Neiße bis zum Rhein. Auch in Italien und der Schweiz haben der DÄC und das DÄO konzertiert. Im Vordergrund steht der caritative Gedanke, denn die Projekte werden von uns Medizinern selbst finanziert und die Erlöse der Benefizkonzerte gehen einem humanitären Zweck in der jeweiligen Region der Aufführungen zu. 

Bei dem „Paulus“-Projekt arbeitete der Deutsche Ärztechor mit dem Deutschen Ärzteorchester zusammen unter der Gesamtleitung von Alexander Mottok, der der künstlerische Leiter des DÄO ist. 

Unser erstes Konzert am 24.April 2026 wurde in der Marienkirche in Pirna zugunsten der Lebenshilfe Sächsische Schweiz-Osterzgebirge e.V. aufgeführt. 
In dieser wunderschönen gotischen Hallenkirche mit einer bezaubernden Deckenausmalung war die Akustik ganz hervorragend, so dass z.B. der Hymnus zum Ende des ersten Teiles des Oratoriums „Oh, welch eine Tiefe des Reichtums, der Weisheit und Erkenntnis Gottes“ strahlend und festlich das Kirchenschiff erfüllte. 

Am 25.April konnten wir in der Lukaskirche in Dresden zu unserer Freude und zur Freude der begeistert applaudierenden Zuhörer dieses schöne Oratorium für das Marien-Hospiz Dresden als Benefiz- Partner erklingen lassen. 
Jeder Chorsänger wird dieses bereichernde, beglückende Gefühl eines erfolgreichen Konzertes schon erlebt haben; es ist unbeschreiblich! 

Nach einer solchen Projektwoche voller Freude und Glückseligkeit ist es schon eigenartig, wieder in die alltägliche Lebenswirklichkeit zurückzufinden. Aber es gibt ja weitere herrliche Ärztechorprojekte…….

von Sabine Pohl (Sopran) 

Ausführende:

Deutscher Ärztechor

Deutsches Ärzteorchester

Solisten:

Marie Hänsel, Sopran

Henriette Gödde, Mezzosopran

Benjamin Glaubitz, Tenor

Jussi Juola, Bass


Doris Findorff-Rasche, Korrepetiton

Fabian Kühn-Brunnenkant, Choreinstudierung

Alexander Mottok, Leitung